Im ersten Buch ihrer monumentalen Nordamerika-Umrundung beschreibt Freya den hochgradig methodischen und körperlich zermürbenden Beginn ihrer auf zehn bis zwölf Jahre angelegten Expedition (März 2017 bis August 2018). Die Reise beginnt im Golden Gardens Park in Seattle. Sie etabliert sofort eine strenge Routine, als sie den Bug ihres voll beladenen „Freya 18“-Expeditionskajaks nach Norden in die abgelegenen, wellengepeitschten Küstengewässer Kanadas und Alaskas richtet. Anstatt geschützte innere Passagen zu wählen, navigiert Freya bewusst an den exponierten Außenküsten und verlässt sich auf präzise Gezeitenberechnungen, elektronische Navigation und ihre enorme Offshore-Erfahrung. Schnell wird klar, dass die Expedition nicht nur von der unerbittlichen Natur geprägt sein wird, sondern auch von der komplexen Dynamik, verschiedene Paddelpartner in ihren stark disziplinierten Lebensstil zu integrieren.
Nach einer rasanten Etappe entlang der zerklüfteten Westküste von Vancouver Island mit der Filmemacherin Justine Curgenven und einer schwierigeren Zusammenarbeit mit Mike Dziobak steht Freya vor ihrem ersten ultimativen Ausdauertest. Völlig allein und ohne Pause bezwingt sie die gefährliche und hafenlose „Lost Coast“ Alaskas. Dieser unerbittliche 36-stündige Kraftakt zwingt sie, durch absolute Dunkelheit, Erschöpfung und Sinnestäuschungen zu navigieren, und beweist ihre enorme mentale Stärke. Mit harmonischeren Partnern wie Josh Thomas und Eyal Saiet schreitet die Reise stetig voran, vorbei an kalbenden Gletschern und bärenreichen Küsten, bis die erste nördliche Saison sicher in Kodiak City endet.
Nach der Rückkehr nach Seattle für die südliche Etappe entlang der US-Westküste ändert sich die Umgebung drastisch. Dichter Nebel, Vorschriften an bewachten Privatstränden und eine angespannte Konfrontation mit der Küstenwache an der tückischen Mündung des Columbia River fordern logistische und diplomatische Reserven. Nach einer obligatorischen Winterpause, geprägt von einer schmerzhaften privaten Trennung, beginnt die Saison 2018 turbulent. In einer dramatischen Demonstration ihrer Fähigkeiten führt Freya in Pacific City eine heldenhafte Rettungsaktion durch: Sie sichert und schleppt das überflutete Kajak ihres Partners José Reyes von den tosenden Klippen weg, nachdem dieser ans Ufer schwimmen musste.
Die Partnerschaft mit dem Wildwasserexperten Josh Aranow scheitert schnell an grundlegenden Unterschieden im Expeditionslebensstil. Freya findet jedoch bald einen stetigen Rhythmus und enge Bindungen zu verlässlichen Begleitern wie Franca Cioria, Merrill Magowan und Scott Dahlquist. Zusammen überleben sie lebensbedrohliche Monsterwellen, navigieren durch anspruchsvolle Felsengärten und genießen die sonnige Küste Kaliforniens, was in der ikonischen Fahrt unter der Golden Gate Bridge gipfelt.
Beim Wechsel zurück nach Alaska im Sommer 2018 kehren die extremen Herausforderungen zurück. Begleitet von Catriona Woods und Michal Madera entdeckt Freya an den einsamen Stränden eine neue Leidenschaft: das Sammeln historischer japanischer Glas-Netzschwimmer. Schließlich hortet sie über hundert dieser Schätze in ihrem Kajak.
Doch die Arktis schlägt unbarmherzig zu. Am Cape Seniavin erfasst sie in der Brandungszone eine gewaltige Brecherwelle, die Freyas Carbon-Kajak buchstäblich in zwei Hälften zerschmettert. Sie und Begleiterin Natalie Maderova schaffen es unverletzt an Land, finden sich jedoch völlig isoliert an einem von Bären wimmelnden Strand wieder, bis ein lokaler Fischer sie rettet. Unbeugsam kehrt Freya wenig später mit ihrem Ersatzboot genau an den Ort des Schiffbruchs zurück. Gegen zermürbende Gegenwinde ankämpfend und weitere riesige Glaskugeln im Schlepptau, beendet sie diese epische erste Etappe schließlich triumphierend in Naknek.